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Notizheftchen selbermachen

(unbezahlte Werbung, habe das Buch selbst bezahlt)

Ich bin ein großer Fan von Papier in Form von Notizblöcken und Notizheften bzw. -büchern. Ich liebe hübsche kleine Blöcke, Hefte und Kladden und kritzel mit Begeisterung darin herum. Für die sprobbele habe ich auch schon ganz einfache  Heftchen gebastelt - Blankozettel auf die richtige Größe schneiden, Motivkarton etwas größer ausschneiden und zusammenheften. Fertig. Für mich habe ich auch schon solche Hefte genäht, war aber nie so recht zufrieden, weil die Heftchen so ordentlich und eben neu aussahen..................................

.........................Ich mag es nämlich lieber, wenn das Papier "auf alt" gemacht ist und das Heft schon gebraucht aussieht. Das war mir bisher aber zu viel Aufwand.

Beim Ausmisten sind mir dann Karten in die Hände gefallen, die ich vor (ich wage es gar nicht zu erzählen) ca. 20 Jahren marmoriert habe. Ja, alles erlebt irgendwann sein Revival. Ich habe "damals" allerdings die Reste meiner Ölfarben verwendet, weil ich beschlossen hatte, dass ich das  Malen und Zeichnen besser anderen überlassen sollte.

Ich bin also auf diese Karten gestoßen und erinnerte mich an einen Punkt auf meiner Liste "Was ich noch lernen möchte" : Buchbinden. Nun ja, vielleicht fange ich erst einmal mit Notizheften an und benutze die Karten als Einband. Das marmorierte Papier hatte ich schon einmal auf Packpapier geklebt. Das sieht doch schon ein bisschen alt aus. Es fehlen nun nur noch die Seiten.

Eine altbekannte Technik Papier alt aussehen zu lassen, ist das Färben mit Kaffee. Ich glaube, fast jede Mutter hat diese Technik schon einmal angewendet, z.B. beim basteln einer Schatzkarte für einen Ritter-, Piraten- oder Räubergeburtstag.

Wir schöpfen im Sommer auch gerne mal Papier, aber das ist noch nicht optimal zum Beschreiben und wird zum Basteln und Verpacken von Geschenken und Geschenkanhängern verwendet. Oder als Teppich und Decke für`s Puppenhaus.

Also habe ich mich für die Kaffeetechnik entschieden und nach Inspirationen im Internet gesucht und bin auf ein tolles kleines Büchlein gestoßen, das genau dieses Thema behandelt.

(Werbung: "DIY Notizbüchlein leicht gemacht" von Liz Constable erschienen im Freya Verlag).

In dem Buch wird Papier auch mit Kaffee oder Schwarztee gefärbt, weil es dann schön alt aussieht und nicht nur das. Wer den Duft von Kaffe mag, wird dieses Papier lieben. Ja, wirklich, ich trinke zwar keinen Kaffee, mag aber den Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee, und ich kann es nicht lassen, meine Nase immer wieder in die Blätter zu stecken.

Ich bin dann noch ein bisschen weiter gegangen und habe das Färben mit ein paar Gewürzen ausprobiert, die auch zum Färben von Seife benutze, wie Kurkuma, Curry, Paprika und Spirulina. Die Ergebnisse sind unterschiedlich erfolgreich ausgefallen.

Für das Färben des Papiers solltest du genügend Zeit einplanen. Beim Färben mit Kaffee reicht es aus die einzelnen Blätter mit einem breiten Pinsel mit dem Kaffee mehrfach  zu bestreichen. Grundsätzlich kannst du die Blätter einzeln oder als Stapel in einen Aufguss mit den entsprechenden Kräutern legen.

Das brauchst du:

  • Kopierpapier
  • zum Färben: Kaffee, Paprika, Schwarztee, Kurkuma, Curry, Spirulina oder andere Kräuter / Gewürze, oder einfach nur Wasser
  • alte Handtücher
  • Wäscheleine oder Heizung
  • dekorative Papiere - Motivpapier, Naturpapiere, Seidenpapier
  • Schere
  • Lineal
  • Ahle
  • Klammern (Wäsche-, Stoff-, Buchklammern)
  • Unterlage
  • Nadel &  (reiß-) festen Faden
  • Nähmaschine
  • Kleber, z.B. Klebestift oder Serviettenkleber
  • Pinsel
  • Stempel
  • Stempelkissen
  • weitere Dekomaterialien

So färbst ihr das Papier:

  • Bereite ca. 1 Liter Aufguss mit den gewünschten Kräutern vor und lass diesen Aufguss durch einen Kaffeefilter laufen, damit nicht zu viele Schwebeteilchen im Aufguss verbleiben (es sei denn, du hättest sie gerne auf dem Papier) bzw. koche Kaffee.
  • Gieß die Flüssigkeit in ein ausreichend großes Gefäß, z.B. eine Back- oder Bratenform oder eine Wanne.
  • Lege nun entweder einen ganzen Blätterstapel in den Aufguss oder jedes Blatt einzeln, so wird die Färbung am Ende gleichmäßiger.
  • Lass das Papier ca. 45 Minuten im Kaffee-Bad. Im Schwarztee sollte das Papier mindestens über Nacht baden. Bei Curry und Kurkuma reichen 60 Minuten, je mehr Gewürzpulver, desto intensiver die Färbung. Bei Paprika und Spirulina empfehle ich ebenfalls ein Bad über Nacht.
  • Lege nun ein altes Frotteehandtuch doppelt auf einen Tisch, nimm vorsichtig jedes Blatt einzeln aus dem Bad und lege es auf das Handtuch.
  • Nimm ein zweites Handtuch, lege es auf das Papier und streiche darüber um die Flüssigkeit in die Handtücher zu pressen.
  • Jetzt kannst du die Blätter entweder auf die Wäscheleine hängen oder auf die Heizung legen. Das Papier trocknet recht schnell.

So schneidest du das Papier zu:

  • Entweder ganz einfach mit einer Schneidemaschine oder einer Schere oder
  • mit einem scharfen Messer:
  • Falte jedes A4 Blatt einzeln auf die Hälfte und streiche kräftig über die Falz.
  • Schneide nun mit dem Messer auf der Innenseite entlang der Falz oder reiße die Seite vorsichtig durch.
  • Falte nun noch einmal jede Seite einzeln auf die Hälfte.
  • Lege je 4-5 dieser Blätter falzseitig ineinander.
  • Nun nähst mit der Nähmaschine an der inneren Falz entlang - auch hier bitte einige Vernähstiche ausführen (vor-zurück-vor-zurück) - ein Miniheft ist fertig.
  • je nachdem wie dick dein Heft werden soll, fertigst du weitere dieser Minihefte an.

Zusammennähen der Minihefte:

  • Lege die gewünschte Anzahl an Miniheften exakt übereinander (Falz auf Falz) und klemme sie an den drei offenen Rändern fest.
  • Zeichne mithilfe eines Lineals im Abstand von ca. 1,5 - 2cm Punkte entlang der Falz an.
  • Nun stichst du vorsichtig mit der Ahle Löcher durch die Anzeichnungen.

Minihefte zu einem Büchlein zusammennähen

  • Jetzt entfernst du die Klammern und legst zwei der Minihefte wieder übereinander.
  • Mit einem sehr festen Faden nähst du nun die beiden Hefte einfach zusammen - mit der Nadel von unten nach oben und von oben nach unten im Wechsel.
  • Darauf legst du nun das nächste Heftchen und  das nächste, bis die gewünschte Anzahl an Seiten erreicht ist.
  • Wichtig: Ziehe die Fäden fest an und achte darauf, dass beim Durchstechen der Löcher, die Nadel nicht aus Versehen durch einen schon vorhandenen Faden sticht, denn das ist selten zu entwirren und du musst noch einmal von vorne beginnen.
  • Am Ende verknotest vernähst die Endfäden und/oder klebst  sie mit einem Tropfen Kleber fest.

Wenn du das Messer zum Trennen der Blätter verwendet hast, hast du nun unterschiedliche Ränder, nämlich welche mit glattem und welche mit ausgefranstem Rand. Je nach Belieben kannst du die Ränder nun mit dem Messer anpassen.

Oder du gestaltest die Ränder ganz anders, z.B. angekohlt.

So, nun hast du schon ein fertiges Heft, das du mit einem hübschen Stück Papier oder Stoff am Rücken umkleben könntest.

Oder du fertigst noch eine Art Umschlag, damit die Seiten besser geschützt sind und das Heft schöner aussieht.

Bei der Gestaltung eines Umschlages sind deiner Fantasie keine Gfrenzen gesetzt.

Ich habe verschiedene hergestellt:

  • die marmorierten Karten
  • gemustertes Seidenpapier mit Serviettenkleber auf eine Briefpapierseite geklebt (Bild oben)
  • gekauftes Naturpapier direkt auf die äußeren Seiten des Heftes geklebt
  • einfarbiges Seidenpapier auf ein weißes Blatt Papier geklebt und bestempelt

Auf den Bildern unten kannst du sehen, wie du einen Umschlag aus Papier dem Heft anpassen und dann auf die äußeren Seiten kleben kannst. Außen kannst du den Umschlag nach deinem Geschmack gestalten.

Auf den folgenden Seiten siehst du einen Umschlag aus Seidenpapier auf Papier geklebt und mit passendem Garn durch die bestehenden Löcher fest genäht.

Und hier die ersen fertigen Heftchen.

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